Zahl der Drogentoten 2011 stark gesunken

Mechthild Dyckmans, Drogenbeauftragte der Bundesregierung
Mechthild Dyckmans, Drogenbeauftragte der Bundesregierung

Die Zahl der Drogentoten ist im Jahr 2011 auf 986 um 20 Prozent im Vergleich zumVorjahr (1.237) stark gesunken – damit hat die Zahl der Drogentoten den niedrigsten Stand seit 1988 erreicht. Das Durchschnittsalter der Drogentoten ist weiter angestiegen und liegt bei 37 Jahren.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Mechthild Dyckmans erklärt dazu:„Dieser starke Rückgang ist ein erfreulicher Trend und zeigt, dass die bestehenden Hilfs- und Behandlungsangebote erfolgreich sind und daher fortgesetzt werden müssen. Angebote wie die qualitätsgestützte Substitutionsbehandlung mit Methadon oder Buprenorphin, die diamorphingestützte Behandlung, Drogenkonsumräume, Spritzentauschangebote, Beratung sowie medizinische und soziale Hilfsangebote tragen maßgeblich dazu bei, dass Drogenabhängige überleben können und gesundheitlich stabilisiert werden.”

Die Zahl der polizeilich erstauffälligen Konsumenten harter Drogen ist im Jahr 2011 um 14 Prozent auf insgesamt 21.315 angestiegen. Die erfolgreichen Anstrengungen in der Drogen- und Suchtpolitik schlagen sich auch bei der Sicherstellung illegaler Substanzen nieder. Die Gesamtsicherstellungsmenge von Amphetamin und Methamphetamin ist auf ein Rekordniveau von rund 1,4 Tonnen angestiegen. Insbesondere bei kristallinem Methamphetamin (so genanntes„Crystal“) konnten die Strafverfolgungsbehörden 2011 deutlich größere Mengen sicherstellen als im Jahr zuvor. Darüber hinaus wurden in Deutschland 717 Cannabis-Anbauplantagen sichergestellt, davon 34 so genannte „Profiplantagen“ mit Anbaukapazitäten von über 1.000 Pflanzen.

BKA-Präsident Jörg Ziercke: „Wir müssen der Betäubungsmittelkriminalität weiterhin mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln – präventiv wie repressiv – entgegentreten. Dies zeigen etwa die hohen Sicherstellungsmengen von Amphetamin und Methamphetamin, die überwiegend aus unseren Nachbarländern eingeschmuggelt und für den deutschen Konsummarkt bestimmt waren. Aber auch die Entwicklungen im Bereich der neuen psychoaktiven Substanzen müssen wir weiterhin im Auge behalten. So genannte „Legal High“ – Produkte, die beispielsweise als Kräutermischungen oder Badesalze verkauft werden, enthalten Betäubungsmittel oder ähnlich wirkende chemische Inhaltsstoffe, deren Wirkung nicht abschätzbar ist und von schwersten Vergiftungen bis hin zum Tod führen kann.Von Cannabis, das durch die zunehmende Züchtung in Indoor-Plantagen häufig eine deutlich höhere Wirkstoffkonzentration aufweist, geht ebenfalls ein nicht zu unterschätzendes Gesundheitsrisiko aus.

Quelle: Pressemittleilung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, 26.03.2012.

Weitere Zahlen und Fakten zur Rauschgiftlage 2011 können über die Homepage des BKA unter www.bka.de und unter www.drogenbeauftragte.de abgerufen werden.

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