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Auch Suchtkranke wollen gute Eltern sein!

Kindeswohl im Spannungsfeld  der Jugend- und Suchthilfe. Fachtagung am 07.03.2013.

(Kreis Unna,04.02.13)

Die Suchthilfe im Kreis Unna gGmbH, der Fachbereich Familie und Jugend des Kreises Unna und der DKSB Kreis Unna veranstalten am 07.März 13 eine Fachtagung mit dem Thema „ Kindeswohl im Spannungsfeld der Jugend- und Suchthilfe“ zu der wir  Sie herzlich einladen möchten.

Die Frage nach der Verantwortung für die Kinder Drogenabhängiger beschäftigt uns seit mehr als 30 Jahren. Mittlerweile hat dieses Thema hohe Aktualität. Der „Fall Chantal“ in Hamburg 2012 lenkte unseren Blick auf die Gruppe substituierter Eltern.

Es gibt suchtkranke und substituierte Eltern, die ihre Erziehungsaufgaben gut meistern, anderen gelingt dies nur unzureichend. In manchen Fällen geraten die Helfer/ Berater/ -innen in die Situation, das Kindeswohl, auch gegen den Willen der Eltern, schützen zu müssen. Sie bewegen sich dann in einem Spannungsfeld, das von ihnen ein hohes Maß an Reflektion und Professionalität erfordert.Fachtagung 07.03.13

Das seit Anfang 2012 geltende Bundeskinderschutzgesetz gibt uns stärker als bisher die Möglichkeit, Kinder und Jugendliche vor Missbrauch, Gewalt und Verwahrlosung zu schützen.

Bisher gibt es im Kreis Unna keine verbindlichen Standards und Absprachen, wie die beteiligten Hilfesysteme mit suchtkranken Eltern und ihren Kindern zusammenarbeiten sollten.

Die Fachtagung beleuchtet dieses Spannungsfeld von verschiedenen Seiten und will damit den Weg zu einem verbesserten Zusammenwirken aller Fachkräfte ebnen.

Weitere Informationen und die Möglichkeit sich anzumelden finden Sie auf dem Flyer zur Veranstaltung, den Sie sich hier herunterladen können.

Gute Aufklärung über Konsequenzen des Qualmens

Lünen. Der Erfolgsfall liegt sanft schlummernd in einem kleinen Bettchen des St.-Marien-Hospitals und trägt den Namen Aaliyah. Aaliyah ist zwei Tage alt, sie ist das neugeborene Kind von Bianca Gehrke. Einer Mutter, die sich vor der Schwangerschaft das Rauchen abgewöhnt hat:“ Man macht sich ja doch Gedanken über die Gefahren für das Kind“, sagt sie.

Damit ist sie zwar keine Ausnahme, doch noch sorgen sich zu wenige Mütter und werdende Mütter um Folgeschäden durch Alkohol-, Nikotin-, und Drogenkonsum für ihren Nachwuchs. Dem wollte die Kampagne „Ich hab Dich lieb…deshalb rauche und trinke ich nicht!“ entgegenwirken. Gestern wurde nun ein gemeinsames Resümee der Beteiligten von elf sozialen Einrichtungen gezogen, die im Zeitraum von März bis November 2011 in Lünen informiert und sensibilisiert hatten

Persönliche Ansprache

Laut Auskunft von Ellen Pilzecker vom Familienbüro der Stadt, ging es einerseits darum, die breite Öffentlichkeit auf die Gefahren hinzuweisen und andererseits konkret, durch persönliche Ansprache, (werdende) Mütter aufzuklären.“ Hier haben wir insgesamt etwa 1800 Personen erreicht“, so Pilzecker. Auch deshalb wurde die Aufklärungskampagne als Erfolg eingestuft. Anja Wolsza von der Schwangerenberatungsstelle Hamm-Werne konnte von „mindestens drei Fällen“ berichten, bei denen es gelungen sei, werdenden Müttern durch Akupunktur das Rauchen zu entwöhnen.

Mütter mit Schamgefühl

Die Unterstützer der Kampagne waren sich darin einig, dass zahlreichen  Raucher-Müttern zwar bewusst ist, dass sie etwas falsch machen. Allerdings:“ Viele haben Hemmungen oder Schamgefühle, auch darüber zu sprechen“, erklärte Christine Windfuhr-Koch von der Beratungsstelle für Schwangerschaftsprobleme und Familienplanung der AWO. Gerade deshalb sei es wichtig, dass sie mit der Kampagne „wertfreie Unterstützung“ erhalten haben, so Wolsza. Dr. Donat Romann, Chefarzt der Gynäkologischen und Geburtshilflichen Abteilung schätzt, dass aktuell etwa 60 Prozent der von ihm behandelten Frauen Raucherinnen seien. Ein Blick in friedliche Gesichter von Neugeborenen wie das der gesunden  Aaliyah sollte Grund genug sein, um diese Quote künftig zu reduzieren. Eigentlich.

Quelle: Ruhrnachrichten,mm,18.11.2011