Schlagwort-Archiv: Suchthilfe im Kreis Unna

Alkoholprävention an der Anne Frank Realschule Unna

Mehr als 122 Schülerinnen und Schüler der 8. Jahrgangsstufe der Anne Frank Realschule in Unna beschäftigten sich am Freitag, den 22.3., intensiv mit dem Thema Alkoholkonsum und dessen Missbrauch.

Geplant wurde die ganztägige Veranstaltung vom Kinder- und Jugendbüro der Kreisstadt Unna und der Lehrerin Frau Schmieding.

Die Schüler durchliefen hintereinander verschiedene Stationen, in denen sie sich mit verschiedenen Facetten des Alkoholkonsums und dessen Missbrauch befassten. So gestaltete die Polizei ein Projekt unter dem Titel “Alkohol im Straßenverkehr“, und zeigte hierdurch die Gefahren auf, die der Alkoholkonsum im Straßenverkehr auf sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer birgt.

Die DAK-Gesundheitskasse beschäftigte sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen von Alkoholkonsum auf den Körper.

Das Evangelische Krankenhaus in Unna war mit einer Mitarbeiterin aus der Notaufnahme vertreten, die den Schülern über Alkoholvergiftung und die Patientenversorgung berichtet und das Kinder- und Jugendbüro veranstaltete ein Wissensquiz.

Die Präventionsfachkraft  der Suchthilfe im Kreis Unna gGmbH, Matthias Hundt, bot den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, mittels der sogenannten Rauschbrillen einen optischen und motorischen Alkoholrausch nachzuvollziehen. Nach viel Spaß beim Ausprobieren wurde den Schülerinnen und Schülern in den anschließenden Diskussionen allerdings sehr deutlich, welche Gefahren durch die alkoholbedingten  Beeinträchtigungen entstehen. Neben eingeschränkter Rundumsicht, Doppeltsehen, Fehleinschätzungen für Nähe und Entfernungen, Verwirrung, verzögerte Reaktionszeit wurde auch das Gefühl von Verunsicherung durch die Rauschbrillen erlebbar.

„Gerade auch die aktuellen Fälle aus Schwerte und Dortmund, in denen sich Jugendliche unter Alkoholeinfluss in lebensgefährliche Situationen brachten,  zeigen, wie wichtig eine frühzeitige Auseinandersetzung der Jugendlichen in diesem Alter mit dem Thema Alkoholkonsum ist“, sagte Matthias Hundt. „Solche Parcours bieten uns die Möglichkeit, nicht nur theoretisch mit den Jugendlichen über Alkohol zu sprechen, sondSchülerinnen der Anne Frank Realschule tragen die Rauschbrillenern das Thema auch erlebbar zu machen“, so Matthias Hundt weiter. Wichtig findet die Präventionsfachkraft die Kooperationen vor Ort. „Durch die Einbindung von Schule als wichtiger Lebensraum für Jugendliche, durch die Polizei und die Krankenhäuser können wir alle möglichen Folgen des Alkoholmissbrauchs durch Jugendliche aus erster Hand abbilden“, führt die Suchtpräventionskraft aus.

Die Suchthilfe im Kreis Unna gGmbH unterhält eine kreisweit tätige Suchtprävention in Lünen und in Unna. Die Suchtprävention erstreckt sich auf das Gebiet des gesamten Kreises Unna. Sie wird in Schulen, Kindertagesstätten, Einrichtungen der Jugendhilfe und der beruflichen und schulischen Aus- und Weiterbildung tätig und richtet sich sowohl an Kinder, Jugendliche und Erwachsene wie auch an Multiplikatoren (Pädagogen, Erzieher etc.).

Kein erhobener Zeigefinger bei Drogensucht

Unna – Früher war das Klientel der Drogenberatungsstelle in Unna ein anderes: Musik, Lebensstil und Politik spielten in der Szene eine große Rolle. Das ist heute nicht mehr so.

„Den typischen Drogenabhängigen gibt es nicht mehr“, sagt David Hofmann. Fast alle Gesellschaftsschichten seien betroffen. Cannabis spiele nach Heroin die größte Rolle in Unna. Viele Menschen, die in die Beratungsstelle an der Bahnhofstraße kommen, seien gleich von mehreren Drogen abhängig. Fast immer spiele Alkohol eine Rolle, so Hofmann.

In seiner rund zwölfjährigen Tätigkeit bei der Drogenberatungsstelle hat der Sozialarbeiter viele gescheiterte Existenzen gesehen. „Wer zum Beispiel Heroin nimmt, gerät ganz schnell in eine Spirale, die abwärts führt.“ Zuerst verliert der Abhängige seinen Job, dann sein Geld; die Partnerschaft zerbricht und schließlich steht derjenige vor dem Nichts, beschreibt Hofmann den typischen Weg.

Der ein oder andere landet schließlich auch vor David Hofmann hilft Abhängigen auf dem Weg in ein suchtfreies Lebender Bürotür von David Hofmann – mal freiwillig, mal gezwungenermaßen. Letzteres ist immer dann der Fall, wenn ein Heroinabhängiger eine Drogenersatztherapie beginnt. Die medizinische Betreuung übernimmt der Arzt, die psychologische die Beratungsstelle. Mit erhobenem Zeigefinger wird in einer solchen Sitzung nicht taktiert. Auch Verschwiegenheit sei ein hohes Gebot. „Diejenigen, die hierher kommen, müssen sich sowieso schon überwinden“, so Hofmann. Vielmehr sei es wichtig, die Drogensucht aufzuarbeiten. Warum nehme ich Drogen? Was ist bei mir schief gelaufen? – Das sind Fragen, bei denen Hofmann helfen kann. Ein weiteres Thema: „Fast alle unsere Klienten brechen mit dem Gesetz und sind dabei erwischt worden.“ Auch bei solchen Problemen kann die Drogenberatungsstelle weiterhelfen.

Was das Ziel einer Beratung sei, entscheiden die Abhängigen selbst. Mal wollen sie ein suchtfreies Leben führen, mal reicht es ihnen, mit einem Ersatzstoff zurechtzukommen. Egal, für was sie sich entscheiden – Hofmann und seine Kollegen helfen dabei – auf Wunsch auch anonym.

Kontakt:

Das Team der Drogenberatungsstelle Unna hat sein Büro an der Bahnhofstraße 3. Geöffnet ist dienstags, donnerstags und freitags von 9 bis 12 Uhr sowie dienstags und donnerstags zusätzlich von 14 bis 16 Uhr. Die Mitarbeiter vergeben auch nach Vereinbarung unter Tel. 0 23 03 / 26 02 Termine.

Quelle: Stephanie Tomé, Hellweger-Anzeiger, 14.02.13

40 Tage Suchthilfe

…Studentin absolviert Praktikum in der Drogenberatung

Laura Bache absolviert derzeit ein Praktikum in der Drogenberatungsstelle der Suchthilfe im Kreis Unna gGmbH in der Kötterbachstraße in Schwerte. Die 25jährige Kamenerin studiert Soziale Arbeit an der Evangelischen Fachhochschule in Bochum.

Die gelernte Ergotherapeutin ist, neben der Beratungsarbeit in der Kötterbachstraße, auch in die Arbeit des Kontaktladens, einem niedrigschwelligen Angebot für Drogenkonsumenten in Unna, und den Aufgaben der kreisweit tätigen Suchtprävention eingebunden.

„Ein Praktikum im Ambulanten Sozialen Dienst der Justiz machte mich auf den Arbeitsbereich der Suchthilfe aufmerksam“ erklärt die Studentin.

Die Drogenberatung stellt für sie einen vielfältigen Arbeitszweig dar. „Der Kontakt zu unterschiedlichen Klienten  macht den Berufszweig für mich so interessant. Beispielsweise werden substituierte  Menschen psychosozial begleitet, oder jugendliche Cannabiskonsumenten beraten.“

Der Kontaktladen in Unna ist ein niedrigschwelliges Angebot. Hier können die Klienten beispielsweise ein warmes Essen zu sich nehmen, ihre Wäsche waschen oder Spritzen tauschen. Dies bietet die Möglichkeit, Drogenkonsumenten in einem anderen Setting kennenzulernen. „Durch ungezwungene Gespräche mit den Klienten konnte ich viel über die Lebensumstände, die zu einer Drogenabhängigkeit geführt haben, erfahren “ erläutert die 25jährige.

Die Präventionsarbeit stellt einen weiteren fundamentalen Bereich der Suchthilfe dar. Hier erhalten Schüler, Eltern und andere Multiplikatoren Informationen über legale und illegale Drogen und deren Auswirkungen. Ebenso werden rechtliche Grundlagen erläutert und über neue Substanzen, so genannte „legal highs“ aufgeklärt.

Abschließend berichtet die Kamenerin „ Mein Praktikum in der Suchthilfe ist sehr interessant und lehrreich. Die Klienten in der Beratungsstelle und im Kontaktladen haben mich sehr gut aufgenommen und direkt akzeptiert.“

Die Studentin hat die Suchthilfe als ein wichtiges Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit kennengelernt und kann sich gut vorstellen nach ihrem abgeschlossenen Studium in diesem Bereich tätig zu werden.

Als Fach – und Clearingstelle rund um das Thema Sucht und Drogen haben wir uns auch schon immer als Ausbildungspartner für Studentinnen und Studenten der Sozialen Arbeit verstanden“, ergänzt André Palm, Drogenberater der Suchthilfe gGmbH in Schwerte.