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Die Drogenhilfe im Kreis Unna feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen.

(Kreis Unna, 26.02.13) Am 10.03.1983 wurde die Anonyme Drogenberatung Unna e.V., (heute: Gemeinnützige Gesellschaft für Suchthilfe im Kreis Unna mbH), in Kamen in der Schäferstraße 38 offiziell eröffnet.

Aus diesem Anlass veranstaltet die Gemeinnützige Gesellschaft im Kreis Unna mbH in diesem Jahr eine Reihe von Veranstaltungen. Den Auftakt bildet die Fachtagung „Auch Suchtkranke wollen gute Eltern sein – Kindeswohl im Spannungsfeld der Jugend – und Suchthilfe.“ am 07.03.13 im Kreishaus Unna, die die Gem. Ges. für Suchthilfe im Kreis Unna mbH zusammen mit dem Fachbereich Familie und Jugend des Kreises Unna und dem DKSB Kreis Unna ausrichtet.

Ein 30jähriges Jubiläum ist gleichzeitig auch ein ganz besonderes Datum und ein guter Grund auf die zurückliegenden 30 Jahre Drogenhilfe im Kreis Unna zurück zu blicken.

Am 10.03.1983 wurde die Anonyme Drogenberatung Unna e.V., wie eingangs erwähnt, in Kamen in der Schäferstraße 38 offiziell eröffnet, nachdem der Bedarf an Hilfen für drogenabhängige Menschen im Kreis erkannt wurde. Von Anfang an ging es um die Implementierung von bedarfs-gerechten Hilfen für suchtkranke Menschen im Kreis Unna, die sich dabei auch an den finanziellen Gegebenheiten orientieren.

Diese Leitlinien, einerseits die Umsetzung eines an dem Menschen und seinen Bedürfnissen ausgerichteten Hilfesystems, andererseits die Berücksichtigung finanzieller Rahmenbedingungen prägen die Arbeit der Drogenhilfe bis heute.

Ziel unserer Arbeit ist es, die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Unna für Sucht und Drogen zu interessieren und aufzuklären um mögliche Suchtgefahren zu mindern bzw. abzubauen. Wir wollen Drogenkonsumenten Rat, Information und Auseinandersetzung mit ihrem Drogenkonsum anbieten und ihnen das Angebot unterbreiten, Handlungsalternativen zu ihrem Konsum zu entwickeln. Wir wollen drogenabhängigen Menschen helfen das Überleben zu sichern und sie so umfassend fördern und unterstützen, dass sie in unserer Gesellschaft ein auf Selbstachtung basierendes Leben aufbauen können.

Mit unseren Hilfsangeboten wollen wir soziale Ausgrenzung verhindern und zum Abbau sozialer Spannungen beitragen. Wir wollen drogenabhängigen Menschen dazu verhelfen, einen anerkannten Platz in der Gesellschaft zu finden und ihre Lebensführung selbstbestimmt und selbstverantwortlich in die Hand zu nehmen.

Im Jahr 1988 erfolgte der Umzug der Drogenberatung von Kamen nach Unna. Gleichzeitig eröffnete die zweite Beratungsstelle in Lünen. Mit dieser zweiten Eröffnung war die Aufteilung des Kreisgebietes in zwei Zuständigkeitsregionen, dem nördlichen und dem mittleren Kreis Unna, verbunden. Diese Aufteilung ermöglichte nicht nur eine unterschiedliche inhaltliche Schwerpunktsetzung der Arbeit, sondern verbesserte gleichzeitig die Erreichbarkeit der Beratungsstellen für die Bürger und Bürgerinnen.

In den Jahren 1991 bis 2000 gelang, im Rahmen der Methadonvergabe, die Aufnahme der damaligen Anonyme Drogenberatung Unna e.V. in das Landesmethadonprogramm. Dies ermöglichte die Implementierung von 1,5 Personalstellen zur sozialtherapeutischen Betreuung Drogenabhängiger.

Seit dem Jahre 2000 ist die Substitutionsbehandlung drogenabhängiger Menschen im Kreis Unna ein fester Bestandteil der medizinischen Regelversorgung.

Im Jahre 1992 konnte der Kontaktladen in der Rembrandtstraße in Unna eröffnet werden und bildet seitdem einen wichtigen Baustein in der gesundheitlichen Versorgung suchtkranker Menschen hier bei uns in Unna.

Und zu guter Letzt wurde im Januar 2002 die Drogenberatung Schwerte eröffnet, und so die Versorgung Suchtkranker im südlichen Kreis Unna sichergestellt, und somit eine, auch geographische, Lücke geschlossen.

Im Jahr 2003 begann der mitunter nicht immer einfache Diskussionsprozess zur Neustrukturierung der Suchthilfeplanung im Kreis Unna, der mit dem Austritt der Stadt Schwerte aus dem Verein ADU eine besondere Qualität erreicht hatte. Weitere Kommunen folgten dem Schwerter Beispiel. Lediglich die Städte Unna und Fröndenberg, sowie die Gemeinden Bönen und Holzwickede blieben aus vereinsrechtlichen Gründen Mitglieder in der ADU.

Es folgten schwierige politische Diskussionen über die zukünftige Ausrichtung und Struktur der Sucht – und Drogenhilfe im Kreis Unna. Bei allen Diskussionen ist die Sicherung einer bedarfsgerechten Versorgung suchtkranker Menschen stets Hauptziel im Kreis Unna geblieben.

Die Diskussion mündet schließlich am 23.10.2010 mit der Gründung der Gemeinnützigen Gesellschaft für Suchthilfe im Kreis Unna mbH, mit dem Kreis Unna als alleiniger Gesellschafter.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen engagierten Menschen bedanken, die uns in den letzten 30 Jahren mit Rat und Unterstützung tatkräftig begleitet haben. Ohne Ihre Hilfe wäre die Arbeit wie wir sie für die Menschen bei uns im Kreis Unna täglich leisten nicht möglich. Ihnen allen gilt Dank und Anerkennung.

Wir möchten uns auch bei den Menschen bedanken, die sich in den letzten 30 Jahren ratsuchend an uns gewandt haben und uns ihr Vertrauen geschenkt haben. Wir werden auch zukünftig jeden Menschen in seiner Einzigartigkeit und in seinem individuellen “Gewordensein” achten, und jeden Menschen mit Respekt und Wertschätzung entgegentreten.

Auch Suchtkranke wollen gute Eltern sein!

Kindeswohl im Spannungsfeld  der Jugend- und Suchthilfe. Fachtagung am 07.03.2013.

(Kreis Unna,04.02.13)

Die Suchthilfe im Kreis Unna gGmbH, der Fachbereich Familie und Jugend des Kreises Unna und der DKSB Kreis Unna veranstalten am 07.März 13 eine Fachtagung mit dem Thema „ Kindeswohl im Spannungsfeld der Jugend- und Suchthilfe“ zu der wir  Sie herzlich einladen möchten.

Die Frage nach der Verantwortung für die Kinder Drogenabhängiger beschäftigt uns seit mehr als 30 Jahren. Mittlerweile hat dieses Thema hohe Aktualität. Der „Fall Chantal“ in Hamburg 2012 lenkte unseren Blick auf die Gruppe substituierter Eltern.

Es gibt suchtkranke und substituierte Eltern, die ihre Erziehungsaufgaben gut meistern, anderen gelingt dies nur unzureichend. In manchen Fällen geraten die Helfer/ Berater/ -innen in die Situation, das Kindeswohl, auch gegen den Willen der Eltern, schützen zu müssen. Sie bewegen sich dann in einem Spannungsfeld, das von ihnen ein hohes Maß an Reflektion und Professionalität erfordert.Fachtagung 07.03.13

Das seit Anfang 2012 geltende Bundeskinderschutzgesetz gibt uns stärker als bisher die Möglichkeit, Kinder und Jugendliche vor Missbrauch, Gewalt und Verwahrlosung zu schützen.

Bisher gibt es im Kreis Unna keine verbindlichen Standards und Absprachen, wie die beteiligten Hilfesysteme mit suchtkranken Eltern und ihren Kindern zusammenarbeiten sollten.

Die Fachtagung beleuchtet dieses Spannungsfeld von verschiedenen Seiten und will damit den Weg zu einem verbesserten Zusammenwirken aller Fachkräfte ebnen.

Weitere Informationen und die Möglichkeit sich anzumelden finden Sie auf dem Flyer zur Veranstaltung, den Sie sich hier herunterladen können.