Schlagwort-Archiv: Drogenkonsum

Gute Aufklärung über Konsequenzen des Qualmens

Lünen. Der Erfolgsfall liegt sanft schlummernd in einem kleinen Bettchen des St.-Marien-Hospitals und trägt den Namen Aaliyah. Aaliyah ist zwei Tage alt, sie ist das neugeborene Kind von Bianca Gehrke. Einer Mutter, die sich vor der Schwangerschaft das Rauchen abgewöhnt hat:“ Man macht sich ja doch Gedanken über die Gefahren für das Kind“, sagt sie.

Damit ist sie zwar keine Ausnahme, doch noch sorgen sich zu wenige Mütter und werdende Mütter um Folgeschäden durch Alkohol-, Nikotin-, und Drogenkonsum für ihren Nachwuchs. Dem wollte die Kampagne „Ich hab Dich lieb…deshalb rauche und trinke ich nicht!“ entgegenwirken. Gestern wurde nun ein gemeinsames Resümee der Beteiligten von elf sozialen Einrichtungen gezogen, die im Zeitraum von März bis November 2011 in Lünen informiert und sensibilisiert hatten

Persönliche Ansprache

Laut Auskunft von Ellen Pilzecker vom Familienbüro der Stadt, ging es einerseits darum, die breite Öffentlichkeit auf die Gefahren hinzuweisen und andererseits konkret, durch persönliche Ansprache, (werdende) Mütter aufzuklären.“ Hier haben wir insgesamt etwa 1800 Personen erreicht“, so Pilzecker. Auch deshalb wurde die Aufklärungskampagne als Erfolg eingestuft. Anja Wolsza von der Schwangerenberatungsstelle Hamm-Werne konnte von „mindestens drei Fällen“ berichten, bei denen es gelungen sei, werdenden Müttern durch Akupunktur das Rauchen zu entwöhnen.

Mütter mit Schamgefühl

Die Unterstützer der Kampagne waren sich darin einig, dass zahlreichen  Raucher-Müttern zwar bewusst ist, dass sie etwas falsch machen. Allerdings:“ Viele haben Hemmungen oder Schamgefühle, auch darüber zu sprechen“, erklärte Christine Windfuhr-Koch von der Beratungsstelle für Schwangerschaftsprobleme und Familienplanung der AWO. Gerade deshalb sei es wichtig, dass sie mit der Kampagne „wertfreie Unterstützung“ erhalten haben, so Wolsza. Dr. Donat Romann, Chefarzt der Gynäkologischen und Geburtshilflichen Abteilung schätzt, dass aktuell etwa 60 Prozent der von ihm behandelten Frauen Raucherinnen seien. Ein Blick in friedliche Gesichter von Neugeborenen wie das der gesunden  Aaliyah sollte Grund genug sein, um diese Quote künftig zu reduzieren. Eigentlich.

Quelle: Ruhrnachrichten,mm,18.11.2011

Drogenkonsum in Deutschland unverändert

…Vorstellung der Jahresberichte der deutschen und europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht

Berlin, 15. November 2011

Der heute in Lissabon vorgestellte Jahresbericht der EBDD weist darauf hin, dass der Gesamtkonsum illegaler Drogen in Europa relativ stabil ist. Einige positive Anzeichen sind ein Rückgang des Konsums von Cannabis insbesondere unter jüngeren Menschen und der Umstand, dass der Höhepunkt des Konsums von Kokain wohl überschritten ist.

Dagegen stellen neue Phänomene die Mitgliedsstaaten vor Herausforderungen. Dazu gehören insbesondere Entwicklungen im Bereich synthetischer Drogen und Konsummuster, bei denen zahlreiche Substanzen parallel konsumiert werden (so genannter polyvalenter Konsum). „Wir müssen uns gleichermaßen den ‚alten’ Drogen wie auch den sich rasant verändernden Märkten neuer synthetischer Substanzen widmen. Wir wissen noch zu wenig über mögliche Risiken des Konsums vieler der neuen Drogen und stehen noch am Anfang bei der Entwicklung von politischen und therapeutischen Lösungen zum Umgang mit diesen Phänomenen. Gleichzeitig müssen wir unsere Bemühungen verstärken, Angebote für diejenigen Menschen (weiter) zu entwickeln, die in vielerlei Hinsicht mit den Folgen des Konsums klassischer Drogen wie Heroin zu kämpfen haben,“ so Tim Pfeiffer-Gerschel vom IFT München.

Kinder aus suchtbelasteten Familien noch besser unterstützen

Ein besonderes Thema des deutschen Jahresberichts (Reitox-Berichts) ist die Situation der Kinder von suchtkranken Eltern. Schätzungen zufolge leben in Deutschland 30.000 bis 60.000 Kinder von drogenabhängigen Eltern. Diese Kinder sind besonders häufig von Armut und sozialer Benachteiligung betroffen. Einige dieser Kinder sind bereits im Mutterleib durch den Drogenkonsum ihrer Mütter gesundheitlich geschädigt worden. Häufig leiden sie unter Entwicklungsverzögerungen oder Missbildungen.

„Kinder aus suchtbelasteten Familien und deren Eltern erhalten in unserem Land häufig noch nicht die Unterstützung, die sie benötigen,“ so die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Mechthild Dyckmans. „Es ist unsere Aufgabe, den betroffenen Personen Hilfen zur Seite zu stellen. Ich setze mich daher für eine Verbesserung ihrer Situation ein. Ein erster erfolgreicher Schritt ist uns durch das neue Bundeskinderschutzgesetz gelungen. Die öffentliche Jugendhilfe wird nun durch das Gesetz verpflichtet, bei einer von Sucht betroffenen Familie mit den örtlichen Suchtberatungsstellen zusammenzuarbeiten.“

Quelle: Pressemitteilung der DBDD vom 15.11.2011

Zur Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht

Zur Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht

„Start mit Stolpern“

…Ein Präventionskonzept zur vor- und nachgeburtlichen Betreuung suchtkranker Frauen und Familien

Im Rahmen der Lüner Kampagne „Ich hab dich lieb… deshalb rauche und trinke ich nicht“, befassen sich über einen Zeitraum von 9 Monaten verschiedene soziale Einrichtungen mit dem Problem des Alkohol- und Drogenkonsums in der Schwangerschaft.

Die Gemeinsame Suchtberatungsstelle des Kreises Unna und des DRK, sowie die Gemeinnützige Gesellschaft für Suchthilfe im Kreis Unna mbH möchten alle Fachleute, die in ihrer beruflichen Praxis mit suchtkranken Eltern arbeiten, einladen, an einem Vortrag der Diplom-Sozialarbeiterin und Kinder- und  Jugendpsychotherapeutin Petra Ape der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Dortmund teilzunehmen.

Frau Ape wird am Mittwoch, den 28. September 2011 ab 18.00 Uhr in den Räumen der Gem. Suchtberatungsstelle im Gesundheitshaus Lünen, Roggenmarkt 18-20, 44532 Lünen das Konzept „Start mit Stolpern“ des Westfälischen Kinderzentrums Dortmund vorstellen.

„Start mit Stolpern“ nimmt die Gruppe suchtkranker Eltern in den Fokus. Das Konzept setzt präventiv bereits in der Schwangerschaft mit der Beratung der Mütter an und basiert auf einer funktionierenden interdisziplinären Zusammenarbeit aller beteiligten Institutionen (Suchthilfe, Jugendhilfe, Krankenhaus, niedergelassene Ärzte, Hebammen etc.).

Mit dem Vortrag erhoffen wir uns, allen Praktikern interessante und hilfreiche Impulse für Ihre Arbeit mit suchtkranken Eltern/Müttern geben zu können.

Bitte melden Sie uns Ihre Teilnahme kurz zurück: Tel. : 02306-57050 (Drogenberatung Lünen) oder per Mail: adu-vorbeugung@web.de