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Männlich, jung, süchtig

Die Drogenhilfe im Kreis Unna wird 30 Jahre alt. Eine große Feier gibt es nicht. Stattdessen soll das Netzwerk ausgebaut werden. Der Bedarf steigt.

KREIS UNNA –   Die gesellschaftlichen Veränderungen wirken sich auf den Drogen-konsum aus. Er wächst auch im Kreis Unna. Mehr Armut und mehr psychische Erkrankungen gelten als Ursachen dafür. Im 30. Jahr ihres Bestehens hat die Suchthilfe im Kreis Unna so viel zu tun  wie nie zuvor. Als es 1983 mit der Anonymen Drogenberatung in Kamen los ging, zählte sie im ersten Jahr 106 Klienten. Im Jahr 2011 waren es 1057 Hilfesuchende, für 2012 liegt die Auswertung noch nicht vor. Freilich liegt die Steigerung der Fallzahlen zu einem gewissen Grad auch an einer Ausweitung und wachsenden Bekanntheit des Angebots.

Aus fünf Mitarbeitern wurden 21, Beratungsstellen gibt es heute in Unna, Lünen und Schwerte, dazu noch einen Kontaktladen, ebenfalls in Unna. Die Suchthilfe leistet kostenlose Beratung für Suchtkranke im sogenannten illegalen Bereich. Das heißt, für Konsumenten von Cannabis, Heroin, Kokain oder Ecstasy. Um krankhaften Konsum legaler Drogen wie Alkohol, frei verkäuflicher Medikamente oder Spielsüchtige kümmern sich die Gesundheitsämter sowie freie Träger wie die Diakonie. Vor allem der Konsum von Cannabis als Alltagsdroge nehme zu, sagt Gerhard Klöpper, Leiter der Sucht-beratungsstelle in Unna.

80 Prozent der Klienten der Drogenhilfe sind Männer, sie gelten als anfälliger für Suchtkrankheiten und als aktiver bei der Beschaffung illegaler Drogen. Und: Jeder dritte Klient war 2011 jüngerMännlich,jung,süchtig als 26 Jahre.

Es gibt aber auch Fälle wie den einer Familie aus dem Kreisgebiet, in der sowohl Vater als auch Mutter drogenabhängig sind. Die Mutter starb vor Jahren an einer Überdosis Kokain, die beiden kleinen Töchter kamen bei den Großeltern unter.Der Vater habe das seinerzeit als Signal zur Umkehr verstanden, sagt Suchthilfe-Geschäftsführer Josef Merfels. Er begann eine Langzeit-Therapie und schaffte es, „clean“ zu werden. Heute hat er eine neue Lebenspartnerin, und die beiden Mädchen wohnen wieder bei ihm.

Damit solche positiven Entwicklungen in Zukunft noch häufiger gelingen, will die Drogenhilfe ihr Netzwerk mit Jugendämtern, Schulen und weiteren Vereinen und Institutionen wie dem Kinderschutzbund weiter ausbauen. Eine Fachtagung im Kreishaus markierte dazu gestern den Auftakt. Eine Feier zum Jubiläum ist indes nicht geplant.

Quelle: Kevin Kohues, Hellweger – Anzeiger, 08.03.2013

Die Drogenhilfe im Kreis Unna feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen.

(Kreis Unna, 26.02.13) Am 10.03.1983 wurde die Anonyme Drogenberatung Unna e.V., (heute: Gemeinnützige Gesellschaft für Suchthilfe im Kreis Unna mbH), in Kamen in der Schäferstraße 38 offiziell eröffnet.

Aus diesem Anlass veranstaltet die Gemeinnützige Gesellschaft im Kreis Unna mbH in diesem Jahr eine Reihe von Veranstaltungen. Den Auftakt bildet die Fachtagung „Auch Suchtkranke wollen gute Eltern sein – Kindeswohl im Spannungsfeld der Jugend – und Suchthilfe.“ am 07.03.13 im Kreishaus Unna, die die Gem. Ges. für Suchthilfe im Kreis Unna mbH zusammen mit dem Fachbereich Familie und Jugend des Kreises Unna und dem DKSB Kreis Unna ausrichtet.

Ein 30jähriges Jubiläum ist gleichzeitig auch ein ganz besonderes Datum und ein guter Grund auf die zurückliegenden 30 Jahre Drogenhilfe im Kreis Unna zurück zu blicken.

Am 10.03.1983 wurde die Anonyme Drogenberatung Unna e.V., wie eingangs erwähnt, in Kamen in der Schäferstraße 38 offiziell eröffnet, nachdem der Bedarf an Hilfen für drogenabhängige Menschen im Kreis erkannt wurde. Von Anfang an ging es um die Implementierung von bedarfs-gerechten Hilfen für suchtkranke Menschen im Kreis Unna, die sich dabei auch an den finanziellen Gegebenheiten orientieren.

Diese Leitlinien, einerseits die Umsetzung eines an dem Menschen und seinen Bedürfnissen ausgerichteten Hilfesystems, andererseits die Berücksichtigung finanzieller Rahmenbedingungen prägen die Arbeit der Drogenhilfe bis heute.

Ziel unserer Arbeit ist es, die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Unna für Sucht und Drogen zu interessieren und aufzuklären um mögliche Suchtgefahren zu mindern bzw. abzubauen. Wir wollen Drogenkonsumenten Rat, Information und Auseinandersetzung mit ihrem Drogenkonsum anbieten und ihnen das Angebot unterbreiten, Handlungsalternativen zu ihrem Konsum zu entwickeln. Wir wollen drogenabhängigen Menschen helfen das Überleben zu sichern und sie so umfassend fördern und unterstützen, dass sie in unserer Gesellschaft ein auf Selbstachtung basierendes Leben aufbauen können.

Mit unseren Hilfsangeboten wollen wir soziale Ausgrenzung verhindern und zum Abbau sozialer Spannungen beitragen. Wir wollen drogenabhängigen Menschen dazu verhelfen, einen anerkannten Platz in der Gesellschaft zu finden und ihre Lebensführung selbstbestimmt und selbstverantwortlich in die Hand zu nehmen.

Im Jahr 1988 erfolgte der Umzug der Drogenberatung von Kamen nach Unna. Gleichzeitig eröffnete die zweite Beratungsstelle in Lünen. Mit dieser zweiten Eröffnung war die Aufteilung des Kreisgebietes in zwei Zuständigkeitsregionen, dem nördlichen und dem mittleren Kreis Unna, verbunden. Diese Aufteilung ermöglichte nicht nur eine unterschiedliche inhaltliche Schwerpunktsetzung der Arbeit, sondern verbesserte gleichzeitig die Erreichbarkeit der Beratungsstellen für die Bürger und Bürgerinnen.

In den Jahren 1991 bis 2000 gelang, im Rahmen der Methadonvergabe, die Aufnahme der damaligen Anonyme Drogenberatung Unna e.V. in das Landesmethadonprogramm. Dies ermöglichte die Implementierung von 1,5 Personalstellen zur sozialtherapeutischen Betreuung Drogenabhängiger.

Seit dem Jahre 2000 ist die Substitutionsbehandlung drogenabhängiger Menschen im Kreis Unna ein fester Bestandteil der medizinischen Regelversorgung.

Im Jahre 1992 konnte der Kontaktladen in der Rembrandtstraße in Unna eröffnet werden und bildet seitdem einen wichtigen Baustein in der gesundheitlichen Versorgung suchtkranker Menschen hier bei uns in Unna.

Und zu guter Letzt wurde im Januar 2002 die Drogenberatung Schwerte eröffnet, und so die Versorgung Suchtkranker im südlichen Kreis Unna sichergestellt, und somit eine, auch geographische, Lücke geschlossen.

Im Jahr 2003 begann der mitunter nicht immer einfache Diskussionsprozess zur Neustrukturierung der Suchthilfeplanung im Kreis Unna, der mit dem Austritt der Stadt Schwerte aus dem Verein ADU eine besondere Qualität erreicht hatte. Weitere Kommunen folgten dem Schwerter Beispiel. Lediglich die Städte Unna und Fröndenberg, sowie die Gemeinden Bönen und Holzwickede blieben aus vereinsrechtlichen Gründen Mitglieder in der ADU.

Es folgten schwierige politische Diskussionen über die zukünftige Ausrichtung und Struktur der Sucht – und Drogenhilfe im Kreis Unna. Bei allen Diskussionen ist die Sicherung einer bedarfsgerechten Versorgung suchtkranker Menschen stets Hauptziel im Kreis Unna geblieben.

Die Diskussion mündet schließlich am 23.10.2010 mit der Gründung der Gemeinnützigen Gesellschaft für Suchthilfe im Kreis Unna mbH, mit dem Kreis Unna als alleiniger Gesellschafter.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen engagierten Menschen bedanken, die uns in den letzten 30 Jahren mit Rat und Unterstützung tatkräftig begleitet haben. Ohne Ihre Hilfe wäre die Arbeit wie wir sie für die Menschen bei uns im Kreis Unna täglich leisten nicht möglich. Ihnen allen gilt Dank und Anerkennung.

Wir möchten uns auch bei den Menschen bedanken, die sich in den letzten 30 Jahren ratsuchend an uns gewandt haben und uns ihr Vertrauen geschenkt haben. Wir werden auch zukünftig jeden Menschen in seiner Einzigartigkeit und in seinem individuellen “Gewordensein” achten, und jeden Menschen mit Respekt und Wertschätzung entgegentreten.

Kein erhobener Zeigefinger bei Drogensucht

Unna – Früher war das Klientel der Drogenberatungsstelle in Unna ein anderes: Musik, Lebensstil und Politik spielten in der Szene eine große Rolle. Das ist heute nicht mehr so.

„Den typischen Drogenabhängigen gibt es nicht mehr“, sagt David Hofmann. Fast alle Gesellschaftsschichten seien betroffen. Cannabis spiele nach Heroin die größte Rolle in Unna. Viele Menschen, die in die Beratungsstelle an der Bahnhofstraße kommen, seien gleich von mehreren Drogen abhängig. Fast immer spiele Alkohol eine Rolle, so Hofmann.

In seiner rund zwölfjährigen Tätigkeit bei der Drogenberatungsstelle hat der Sozialarbeiter viele gescheiterte Existenzen gesehen. „Wer zum Beispiel Heroin nimmt, gerät ganz schnell in eine Spirale, die abwärts führt.“ Zuerst verliert der Abhängige seinen Job, dann sein Geld; die Partnerschaft zerbricht und schließlich steht derjenige vor dem Nichts, beschreibt Hofmann den typischen Weg.

Der ein oder andere landet schließlich auch vor David Hofmann hilft Abhängigen auf dem Weg in ein suchtfreies Lebender Bürotür von David Hofmann – mal freiwillig, mal gezwungenermaßen. Letzteres ist immer dann der Fall, wenn ein Heroinabhängiger eine Drogenersatztherapie beginnt. Die medizinische Betreuung übernimmt der Arzt, die psychologische die Beratungsstelle. Mit erhobenem Zeigefinger wird in einer solchen Sitzung nicht taktiert. Auch Verschwiegenheit sei ein hohes Gebot. „Diejenigen, die hierher kommen, müssen sich sowieso schon überwinden“, so Hofmann. Vielmehr sei es wichtig, die Drogensucht aufzuarbeiten. Warum nehme ich Drogen? Was ist bei mir schief gelaufen? – Das sind Fragen, bei denen Hofmann helfen kann. Ein weiteres Thema: „Fast alle unsere Klienten brechen mit dem Gesetz und sind dabei erwischt worden.“ Auch bei solchen Problemen kann die Drogenberatungsstelle weiterhelfen.

Was das Ziel einer Beratung sei, entscheiden die Abhängigen selbst. Mal wollen sie ein suchtfreies Leben führen, mal reicht es ihnen, mit einem Ersatzstoff zurechtzukommen. Egal, für was sie sich entscheiden – Hofmann und seine Kollegen helfen dabei – auf Wunsch auch anonym.

Kontakt:

Das Team der Drogenberatungsstelle Unna hat sein Büro an der Bahnhofstraße 3. Geöffnet ist dienstags, donnerstags und freitags von 9 bis 12 Uhr sowie dienstags und donnerstags zusätzlich von 14 bis 16 Uhr. Die Mitarbeiter vergeben auch nach Vereinbarung unter Tel. 0 23 03 / 26 02 Termine.

Quelle: Stephanie Tomé, Hellweger-Anzeiger, 14.02.13

Flyer in neuen Sprachen

Informationen über Angebote der Suchthilfe im Kreis Unna sind jetzt in unter-schiedlichen Sprachen erhältlich

Kreis Unna, 06.12.12 Ob Suchtvorbeugung, Angehörigenberatung oder Nachsorge. Wer sich in seiner Muttersprache über die vielfältigen Angebote der Suchthilfe im Kreis Unna gGmbH informieren möchte, hat jetzt die Möglichkeit sich den Einrichtungsflyer der Gesellschaft in türkischer, russischer oder englischer Sprache auf der Homepage der Suchthilfe herunterzuladen.

Die Flyer stehen in der Mediathek unter dem Menüpunkt „Kontakt“ als kostenloser Download  zur Verfügung.

Hier klicken um zur Mediathek zu wechseln.

Interessierte welche die klassische Papierform bevorzugen erhalten diese in jeder Beratungsstelle der Suchthilfe im Kreis Unna.

 

Dank an die Säulen des Zusammenlebens

Foto: Sarad / Hellweger-Anzeiger
Foto: Sarad / Hellweger-Anzeiger

Ohne das Engagement aktiver Vereine wäre die Stadt ärmer. Deswegen hat die Sparkasse eine Reihe von Vereinen in diesem Jahr mit 30 000 Euro unterstützt. Primär kamen die Spenden Kindern und Jugendlichen zugute. Die Vereine konnten unter anderem eine Kletteranlage für Kindergartenkinder anschaffen, den Instrumentalunterricht fördern oder die Suchthilfe unterstützen. Gestern übergaben Sparkassen – Vorstandsvorsitzender Klaus Moßmeier und der Verwaltungsratsvorsitzende Michael Hoffmann die Spenden symbolisch an Vertreter dieser Vereine und Institutionen: Förderverein der Peter-Weiss-Gesamtschule, Suchthilfe im Kreis Unna, Kleingärtnerverein Königsborn, Mensa und Bistroverein in Königsborn, Motor-Sport-Club Heeren-Werve, Musikverein Unna, jüdischer kulturell-integrativer Verein Stern, THW-Helfervereinigung Unna, Vereinigung Akustikus Neurinom, Verein Kurparkwichtel.

Quelle: Hellweger-Anzeiger, 30.11.11