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Eltern zerstören den Lebensplan ihrer Kinder

Lünen. Wenn Schwangere Alkohol trinken, illegale Drogen nehmen, rauchen und Eltern ihre Kinder zuqualmen, sind die gesundheitlichen Risiken riesengroß. Eine breit angelegte Präventionskampagne  mit elf beteiligten Einrichtungen hat neun Monate lang viele Eltern erreicht und sie für die Probleme sensibilisiert.

„Ich habe Dich lieb, deshalb rauche und trinke ich nicht“ hieß es auf Flyern, in Vorträgen, auf Informationsabenden, bei vielen Begegnungen und es wurden rund 1800 Personen in persönlichen Gesprächen und 170 Mitarbeiter/-innen aus Einrichtungen erreicht, bilanzierte gestern Ellen Pilzecker vom Lüner Familienbüro im Rückblick. Heute wird ab 16 Uhr im Pfarrheim von St. Marien eine Abschlussfeier geben.

Wir haben werdende Eltern angesprochen und Raucherentwöhnungs-Akupunktur angeboten“, berichtete Anja Wolsza von der katholischen Schwangerenberatung. Dreimal sprach das Familienbüro im Rathaus Passantinnen an und verteilte Info-Material. Das Elternbegleitbuch sei um das Kampagne-Thema erweitert worden, teilte Ellen Pilzecker mit. Die Ärztin Susanne Hann vom Gesundheitsamt hielt Vorträge über das hohe Risiko für Kinder, auch die AWO-Beratungsstelle habe das in vielen Gesprächen thematisiert, betonte Christine Windfuhr-Koch.

Besonders problematisch sind Schwangerschaften und der Konsum illegaler Drogen. Die Drogenberatungsstelle erreichte werdende Eltern in Kooperation mit dem Jugendamt. Manche würden befürchten, dass ihnen die Kinder weggenommen werden, weiß Olaf Weißenborn aus der Arbeit mit Abhängigen.

Über die Elternschule war auch das Marienhospital beteiligt. Geburtsklinik – Chefarzt Dr. Donat Romann:“ Wir wissen, wie dramatisch gefährlich die Drogen Nikotin und Alkohol sind und haben zusammen mit der Kinderklinik ein Alkohol-Beispiel durchgespielt, das sehr beeindruckt hat.“Eltern würden eine regelrechte Lebensplanungszerstörung betreiben. 60 Prozent der Schwangeren, die in die Geburtsklinik kommen, sind oder waren Raucherinnen.

Jede Zigarette verringere die Durchblutung der Gebärmutter, die Zahl der Fehlgeburten steige. Hinzu kämen die Atemwegserkrankungen der kleinen Passivraucher, sagt der Mediziner. Und nicht zuletzt sinke die Fruchtbarkeit.

Quelle: Westfälische Rundschau, Gerd Kestermann, 18.11.2011